Willkommen auf UNTERDRüCKUNG.DE

unterdrückung.de bietet Ihnen weiterführende Links auf Webseiten zum Thema Unterdrückung

Startseite > Diktatur

Die '''Diktatur''' (von ) ist eine Herrschaftsform, die sich durch eine einzelne regierende Person, den '''Diktator''', oder eine regierende Gruppe von Personen (z.?B. Partei, Militärjunta, Familie) mit weitreichender bis unbeschränkter politischer Macht auszeichnet.

In ihrer klassischen Bedeutung wird die Diktatur als (Hrsg.): ''Lexikon der Politik.'' Band 7: ''Politische Begriffe.'' Directmedia, Berlin 2004, S. 127.</ref>

Begriffsgeschichte

Klassische Bedeutung

Der Begriff der Diktatur geht zurück auf den '''', Bd. 289). 3., überarbeitete Auflage, Kröner, Stuttgart 1974, ISBN 3-520-28903-2, S. 99.</ref>

Der italienische Philosoph Niccolò Machiavelli (1469?1527) führte den Diktatur-Begriff in den politischen Diskurs der Neuzeit ein. In seinen ''Discorsi sopra la prima deca di Tito Livio'' beschrieb er die Diktatur als wichtiges Mittel zur Verteidigung der Freiheit, das der Republik Vorteil, nicht Schaden gebracht habe. Lucius Cornelius Sulla und Gaius Iulius Caesar, die dieses Amt ohne zeitliche Beschränkung innehatten, seien Diktatoren nur dem Namen nach, in Wahrheit aber Tyrannen gewesen. Ein verfassungserhaltendes Notstandsregime zählte Machiavelli dagegen zu den Kennzeichen vollkommener Republiken:

Der französische : ''Totalitäre und autoritäre Regime.'' 2. Auflage, Berliner Debatte Wissenschaftsverlag, Berlin 2003, S.?3.</ref>

In im 20.?Jahrhundert knüpfte auch in ihren Symbolen bewusst an das antike Rom an.

Wandel in der Zeit der Französischen Revolution und danach

Während der :

Ähnlich wurde das Wort beim Staatsstreich Napoleon Bonapartes 1799 verwendet, als ihm aus dem Rat der Fünfhundert, dem Parlament, das er von seinen Soldaten auseinanderjagen ließ, entgegengerufen wurde: ?A bas le dictateur?, ?A bas le tyran?. Tyrannei und Diktatur wurden nun als Synonyme verwendet und begleiteten als Schimpfwörter Napoleons gesamte Herrschaft.

Auch für den amerikanischen Staatstheoretiker und nachmaligen Präsident Online).</ref>

Der deutsche Philosoph hatte erklären lassen. Der Verfasser kam zu dem Schluss, dass sich bei zunehmender Bildung und gewachsenem Selbstbewusstsein der Bürger in den zivilisierten Ländern die Neigung, sich ?dem unbeschränkten Willen eines einzelnen [?] blind unterwerfen? zu wollen, schwinde, weshalb in Zukunft ?solche Dictaturen weder dauernd noch von dauerndem Einflusse sein werden?.

Nach der (eines Neffen Napoleons I.) ließ Stein offen.

Als Louis Napoleon mit dem Staatsstreich vom 2. Dezember 1851 die Zweite Französische Republik gewaltsam beendete und die Macht an sich riss, erklärten Teile der deutschen Publizistik wie Georg Gottfried Gervinus (1805?1871) und Heinrich von Treitschke (1834?1896) die so entstandene Diktatur, die in Frankreichs Zweites Kaiserreich mündete, als typisch für den romanischen, ?welschen? Nationalcharakter. Der konservative Philosoph Constantin Frantz (1817?1891) befand 1852 in seiner Schrift ''Louis Napoleon'':

Auch der Philosoph .

Positiv gewendet wurde der Diktaturbegriff im ''Discurso sobre la Dictadura'', den der Online).</ref>

Diktatur des Proletariats

Bedeutsamer für die Geschichte des Begriffs Diktatur als Marx? Analyse des Bonapartismus waren Überlegungen, die er im Zusammenhang mit seiner Arbeit am ''Achtzehnten Brumaire'' anstellte. Erstmals in einem Brief an Online).</ref>

Marx? und Engels? Vorstellungen einer Diktatur des Proletariats blieben vage: Wie die diktatorische Herrschaft einer ganzen Klasse konkret organisiert werden könne, ließen sie nach Ansicht des deutschamerikanischen Politikwissenschaftlers : ''Von Marx zur Sowjetideologie. Darstellung, Kritik und Dokumentation des sowjetischen, jugoslawischen und chinesischen Marxismus''. Diesterweg, Frankfurt am Main/Berlin/München 1972, S. 76 f.; und bei Jan C. Behrends: ''Diktatur. Moderne Gewaltherrschaft zwischen Leviathan und Behemoth'' (Version 2.0). In: ''Docupedia-Zeitgeschichte'', 20. Dezember 2016 (Zugriff am 4. August 2017).</ref>

Nachdem die Bolschewiki am 6. Januar 1918 die demokratisch gewählte (1854?1938) hielt die Diktatur des Proletariats durchaus für vereinbar mit einer parlamentarischen Demokratie. 1919 kritisierte er in seiner Schrift ''Terrorismus und Kommunismus. Ein Beitrag zur Naturgeschichte der Revolution'':

Lenin und Online).</ref>

Die n.

Weimarer Republik und Zeit des Nationalsozialismus

In unmittelbarem Zusammenhang mit der Debatte zwischen Lenin, Trotzki und Kautsky entwarf der entfristet und zur Schaffung neuer verfassungsmäßiger Ordnungen genutzt wurde. Schmitt unterschied auf dieser Grundlage die ?kommissarische Diktatur?, in der ein zu diesem Zweck beauftragter Diktator die bestehende Ordnung verteidigt, und die ?souveräne Diktatur?, in der er eine neue Ordnung schuf:

Die souveräne Diktatur unterliege dagegen keinen normativen Beschränkungen, müsse sich aber gleichwohl zu ihrer Rechtfertigung auf höhere Instanzen (Gott, das Volk, die Geschichte) berufen. Da auch sie nur einen Übergang bilden sollte, stellte Schmitt sie sich ebenfalls zeitlich begrenzt vor. Als Beispiele für souveräne Diktaturen nannte Schmitt zwei Parlamente: den französischen Nationalkonvent von 1793 und die , für nicht ausreichend gehalten. Vielmehr habe er zu einer souveränen Diktatur fortschreiten wollen, um die Gefahr definitiv zu beseitigen.

Die republikfeindliche Rechte der Weimarer Republik griff trotz ihres entschiedenen (Hrsg.): ''Hitler. Reden und Proklamationen 1932?1945'', Bd. 1/II, Würzburg 1962, S. 595?f.</ref> In der achten Auflage von ''Meyers Konversations-Lexikon'' hieß es 1937, Demokratie werde ?nach der Begriffsbestimmung des Führers? eingeteilt in die parlamentarische und die ?germanische Demokratie. Die Gegenüberstellung von Demokratie und autoritärem Staat oder Diktatur ist eine liberale Verfälschung?.

Deutungen des Nationalsozialismus: Doppelstaat, Polykratie, Totalitarismus

Das Staatswesen, das die Nationalsozialisten nach der vom 25. Juni 2009.</ref>

Der deutsch-amerikanische Politikwissenschaftler : ''Faschismustheorien. Zum Stand der gegenwärtigen Diskussion''. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1989, S. 41; Jan C. Behrends: ''Diktatur. Moderne Gewaltherrschaft zwischen Leviathan und Behemoth'' (Version 2.0). In: ''Docupedia-Zeitgeschichte'', 20. Dezember 2016 (Zugriff am 4. August 2017).</ref>

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges begann Neumann die Arbeit an einer eigenen Diktaturtheorie, die wegen seines Unfalltods 1954 fragmentarisch blieb. Diktatur definiert er darin als ?Herrschaft einer Person oder einer Gruppe, die sich die Macht im Staat aneignet, sie monopolisiert und ohne Einschränkung ausübt?.

Das Modell des Totalitarismus, das nicht nur die nationalsozialistische, sondern auch die nach 1956 damit nicht erklären ließen.

Der deutsch-amerikanische Politikwissenschaftler : ''Sigmund Neumanns ?Permanent Revolution?. Ein vergessener Klassiker der vergleichenden Diktaturforschung.'' In: ders., Ralf Walkenhaus und Karin Wieland (Hrsg.): ''Totalitarismus. Eine Ideengeschichte des 20. Jahrhunderts.'' Berlin 1997, S. 53?73; ''Diktaturenvergleich'' (Version 1.0). In: ''Docupedia-Zeitgeschichte'', 9. Mai 2014 (Zugriff am 9. August 2017).</ref>

Der liberale Diktatur-Begriff der Gegenwart

Im liberalen Begriffsverständnis, das heute vorherrscht, ist Diktatur der Gegenbegriff zu Demokratie.
Der österreichisch-britische Philosoph Karl Popper (1902?1994) unterschied in einem berühmt gewordenen Diktum lediglich zwei Staatsformen:

Ernst Fraenkel sah die Unterschiede zwischen Demokratie und Diktatur in vier Aspekten: in der Legitimation der Herrschaftssysteme, in der Struktur der Gesellschaftssysteme, in der Organisation der Regierungssysteme und in der Geltung der Rechtssysteme. Sowohl Diktaturen als auch Demokratien legitimierten ihre Herrschaft durch eine 19 (1969), Heft 49, S. 3?27, referiert nach Armin Pfahl-Traughber: ''Staatsformen im 20. Jahrhundert I: Diktatorische Systeme''. In: Alexander Gallus und Eckhard Jesse (Hrsg.): ''Staatsformen. Modelle politischer Ordnung von der Antike bis zur Gegenwart. Ein Handbuch''. Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2004, S. 225 f.</ref>

Der Politikwissenschaftler Rainer-Olaf Schultze sieht Diktaturen durch drei Strukturmerkmale gekennzeichnet: a) die Monopolisierung der gesamten Staatsgewalt in den Händen einer Person oder Gruppe; b) das Fehlen einer legalen Opposition und die (völlige oder weitgehende) Aufhebung von Pluralismus und ).

Seit den 1990er Jahren wird für Diktaturen in der , Patrick Kuhn, Stefanie Walter: ''Einführung in die Politikwissenschaft''. 3. Auflage, Nomos, Baden-Baden 2015, S. 135.</ref>

Typologie

Es wurden mehrere verschiedene Modelle vorgeschlagen, wie man die verschiedenen diktatorischen Regime klassifizieren könnte. Carl Schmitt trennte zwischen kommissarischen und souveränen Diktaturen nach dem Kriterium, ob die Diktatur im Auftrag der bestehenden Ordnung diese zu schützen oder ob sie sie zu überwinden hat (siehe Abschnitt Weimarer Republik und Zeit des Nationalsozialismus).

Franz Neumanns Unterscheidung zwischen einfacher, caesaristischer und totalitärer Diktatur nutzt als Unterscheidungskriterium dagegen den Grad, in dem die Diktatur eine Gesellschaft durchdringt und das Leben der ihr Unterworfenen nach ihren Interessen ausrichtet (siehe Abschnitt ).

Carl Joachim Friedrich legt als Kriterium zusätzlich die Verfassungsmäßigkeit einer Diktatur an: Die konstitutionelle Diktatur sei durch vier Merkmale gekennzeichnet: durch die Einsetzung des Diktators in einem in der Verfassung geregelten Verfahren, durch eine vorangehende Erklärung des Notstands durch eine dafür zuständige Instanz, durch eine Befristung der Diktatur und schließlich durch ihren alleinigen Zweck, nämlich den Schutz oder die Wiederherstellung der vor Einsetzen der Diktatur bestehenden Ordnung. Bei den nicht-konstitutionellen Diktaturen, auf die diese Merkmale nicht zutreffen, unterscheidet er zwischen funktionalen und totalitären Diktaturen. Zu den funktionalen Diktaturen rechnet er unter anderem die : ''Zeitalter der Ideologien. Eine Geschichte des politischen Denkens im 20.?Jahrhundert'', dtv, München 1985, ISBN 3-423-04429-2.</ref>

Auch der spanisch-amerikanische Politikwissenschaftler Juan Linz (1926?2013) unterscheidet, je nach Beherrschungsgrad, autoritäre und totalitäre Diktaturen. Für letztere sei ein Monismus typisch, das heißt, sie duldeten keinerlei abweichende Ideologien, sowie eine Massenmobilisierung. In autoritären Diktaturen dagegen, wie sie sich vor allem unter Entwicklungsländern finden, gebe es durchaus einen, wenngleich begrenzten, gesellschaftlichen Pluralismus, zudem fehle eine elaborierte leitende Ideologie, die Mobilisierung der Massen beschränke sich auf einige Momente, und die Macht werde von einem einzelnen oder einer kleinen Gruppe ?innerhalb formal kaum definierter, aber tatsächlich recht vorhersagbarer Grenzen? ausgeübt. Als Beispiel führt er hier das spanische Franco-Regime der 1930er bis 1970er Jahre an.

Der Historiker Ernst Nolte (1923?1916) schlägt eine Typologie der Diktatur-Begriffe vor, die sich seit den 1930er Jahren gegenüberstehen. Darin unterscheidet er einen liberalen, einen kommunistischen und einen faschistisch-nationalsozialistischen Diktatur-Begriff. Der liberale verstehe Diktatur stets negativ als antiparlamentarische und unbeschränkte Machtausübung eines einzelnen oder einer Gruppe. Der kommunistische betone die positive, demokratische Komponente der Diktatur des Proletariats. Der faschistisch-nationalsozialistische sei ebenfalls positiv und beschreibe die Herrschaft Benito Mussolinis bzw. Hitlers der ?Führerdemokratie?.

Der Politikwissenschaftler Armin Pfahl-Traughber schlägt für Diktaturen des 20. Jahrhunderts eine Typologie nach der Ideologie vor, mit der die Herrschaft jeweils legitimiert wird. In diesem Sinne unterscheidet er kommunistische, faschistische, nationalistische, monarchische und theokratische Diktaturen.

Laut den Politikwissenschaftlern Thomas Bernauer, Detlef Jahn et al. lassen sich Autokratien einerseits nach den herrschenden Personen (Monarchien, Militärregime, Zivilregime) und andererseits qualitativ nach dem Ausmaß der Personalisierung der Herrschaft und der Freiheitseinschränkung der Bürger klassifizieren.

Historische Beispiele

Die römische Diktatur

Das Wort ?Diktatur? kommt aus dem Lateinischen. Im antiken Rom war der ''dictator'' vor Sulla ein nur in höchster Not und kurzzeitig (ein halbes oder später ein ganzes Jahr) besetztes Amt an Stelle der sonst üblichen Doppelherrschaft der beiden Konsuln. Der Auftrag des Diktators und sein Aktionsbereich waren fest umrissen. Berühmt war in der Zeit der Bedrohung der römischen Republik durch den Karthager Hannibal der von den Römern eingesetzte Diktator Quintus Fabius Maximus, der als ?Cunctator? (Zauderer) in die Geschichte einging.

Ein römischer Diktator wurde von einem der Konsuln im Auftrag des Senats für einen Zeitraum von nicht mehr als sechs Monaten ernannt, in der Frühzeit, um das Land gegen einen Feind zu verteidigen, später um innere Unruhen zu bekämpfen. Er durfte weder die en als besonders geschützte Volksvertreter.

Die römische Diktatur kann mit modernen diktatorischen Regimen kaum gleichgesetzt werden. Als institutionalisierte Form der Krisenregierung für einen Notstand des Staates beseitigte sie für gewisse Zeit die Hemmnisse der Kollegialverfassung von Magistrat und Konsulat, die die Kriegsführung und Wiederherstellung der inneren Ordnung in Krisensituationen erschwerten. So wurden allenfalls zuletzt 1794 in Anlehnung daran die polnischen Militärs Tadeusz Ko?ciuszko und Tomasz Wawrzecki für eine begrenzte Zeit von nur wenigen Monaten und vor dem Hintergrund der Teilungen Polens von der Nationalversammlung zu Diktatoren nach römischem Recht ernannt. Von einer Diktatur im heutigen Wortsinn unterscheidet die römische Diktatur jedoch, dass es sich um eine legitime Institution handelte, die in ihrer Machtfülle und Dauer eingeschränkt war. Als ideologische Begründung für die angebliche Notwendigkeit einer Notstandsdiktatur im Sinne einer autokratischen Alleinherrschaft mit Außerkraftsetzung von Grundrechten durch Notstandsgesetze in schwierigen politischen Situationen wird das römische Beispiel aber bisweilen auch heute noch angeführt. In der Spätzeit der Republik geriet die römische Diktatur immer stärker in Gefahr, für despotische Ziele einzelner politischer Akteure missbraucht zu werden, was sich besonders seit dem Dritten Punischen Krieg in der Krise der Republik unter Sulla zeigte, bis es schließlich Cäsar gelang, im Februar des Jahres 44 v. Chr. seine lebenslange Diktatur durchzusetzen, woraufhin er am 15. März desselben Jahres von Verschwörern erstochen wurde.

Notstandsregelungen in deutschen Verfassungen von 1871 bis 1933/1945

  • ab 1918 basierten) und endete mit dem Reichsgesetz vom 18. Juni 1902.
  • .
  • . Raub, Rassenkrieg und nationaler Sozialismus'', Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-7632-5605-9.</ref>

Unterscheidung zu anderen Formen der Herrschaft

In historischer Perspektive gilt nicht jede Herrschaftsform ohne Königshauses.

Juan Linz unterscheidet neben autoritären und totalitären Regimen auch noch traditionelle politische Systeme, wie sie sich vor allem in der Dritten Welt finden. Hier mischen sich vormoderne patrimoniale oder feudale Traditionen mit modernen Formen bürokratischer Herrschaft. Als Beispiele nennt er dafür unter anderem die Monarchien in Marokko, auf der arabischen Halbinsel, in Thailand und bis in die 1970er Jahre im Iran und in Äthiopien. Auch den ''Caudillismo'', die auf persönlichen Klientelbeziehungen beruhenden Diktaturen Lateinamerikas des 18. und 19. Jahrhunderts, rechnet Linz zu diesem Typus. Regime, in denen sich eine persönliche Herrschaft weder auf Tradition noch auf eine Ideologie gründet, sondern einzig auf Belohnungen für die Personen der näheren Umgebung des Herrschers und auf der Furcht vor dessen Willkür und Rache, nennt Linz ?sultanistisch?. Beispiele seien die Regime Rafael Trujillos in der Dominikanischen Republik (1930?1961) und ?Papa Doc? Duvaliers auf Haiti (1957?1971).

In neueren Überlegungen werden zusätzlich sogenannte ''hybride Systeme'', ''Hybridregime'' oder ''Grauzonenregime'' unterschieden, die als Zwischenformen zwischen (formell existierender) Demokratie und (faktischer) autokratischer Diktatur eingestuft werden. Dazu gehören unter anderem die Konzepte der defekten Demokratie (Wolfgang Merkel), der illiberalen Demokratie (Fareed Zakaria), der delegativen Demokratie (Guillermo O?Donnell), des kompetitiven Autoritarismus (Steven Levitsky & Lucan A. Way), des elektoralen Autoritarismus (Andreas Schedler) oder der hybriden Regime (Friedbert W. Rüb).

In sogenannten ''failed states'' (gescheiterten Staaten) können nichtstaatliche Akteure an die Stelle staatlicher Institutionen treten und eine neue, eigene Ordnung etablieren (z.?B. Mafia, Warlords oder INGOs).

Begriffsverwendung in der Gegenwart

Der Begriff ''Diktatur'' wird im aktuellen wissenschaftlichen Diskurs vor allem im Zusammenhang mit dem Diktaturvergleich verwendet, der Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der dem NS-Regime und der DDR herausarbeitet. 1972 kritisierte Ernst Nolte die mangelnde Trennschärfe des Begriffs, der für alles herangezogen würde, was dem Muster einer parlamentarischen Demokratie nicht entspreche:

Der Politikwissenschaftler Wolfgang Merkel erklärte aus ähnlichen Gründen, der Begriff der Autokratie sei zwar umfassender, aber präziser definiert als der der Diktatur und diesem daher ?in einer systematischen Herrschaftstypologie vorzuziehen?.

Siehe auch

Literatur

  • Manuel Becker: ''Ideologiegeleitete Diktaturen in Deutschland. Zu den weltanschaulichen Grundlagen im Dritten Reich und in der DDR.'' Bouvier, Bonn 2009, ISBN 978-3-416-03272-8.
  • 2-3/2010, S. 40?46.
  • Carl Joachim Friedrich: ''Diktatur.'' In: ''Sowjetsystem und demokratische Gesellschaft. Eine vergleichende Enzyklopädie. Bd. 1. Abbildtheorie bis Diktatur des Proletariats''. Herder, Freiburg im Breisgau/Basel/Wien 1966, Sp. 1240?1259.
  • Carl Joachim Friedrich: ''Totalitäre Diktatur.'' Unter Mitarbeit von Zbigniew Brzezinski, Stuttgart 1957.
  • George W. F. Hallgarten: ''Dämonen oder Retter? Eine kurze Geschichte der Diktatur seit 600 v. Chr.'' Dtv, München 1966.
  • Juan Linz: ''Totalitäre und autoritäre Regime''. 2. Auflage. Berliner Debatte Wissenschaftsverlag Berlin 2003.
  • . Historisches Lexikon zur politisch-sozialen Sprache in Deutschland'', Band 1, Ernst Klett Verlag, Stuttgart 1972, S. 900?924.
  • (Hrsg.): ''Staatsformen. Modelle politischer Ordnung von der Antike bis zur Gegenwart. Ein Handbuch''. Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2004, S. 223?280.

Weblinks

Einzelnachweise